Kämpfen oder nicht kämpfen – das ist hier die Frage

Kämpfen heißt auch Engagement – und das muss nicht immer “laut” sein.

Wer boxt oder einen anderen Kampfsport betreibt, ist noch lange nicht aggressiv und geht auch nicht bei jeder Kleinigkeit sofort an die Decke.

Es ist eher anders herum. Man lernt, aus seiner Mitte heraus zu agieren. Schüchterne Menschen werden selbstbewusster und cholerische Menschen werden innerlich ruhig(er).

Das Wort „kämpfen“ wird im normalen Sprachgebrauch meist negativ besetzt und wird sofort mit Krieg, Terror und Tod in Verbindung gebracht. Ja, okay! Diese Bedeutung steckt bereits in diesem Wort.

Der Begriff „Kämpfen“ hat aber auch viel Positives; beispielsweise:

  • sich zu engagieren,
  • leidenschaftlich einer Sache nachzugehen,
  • willensstark sein und zu handeln, anstatt sich geschlagen zu geben und das Handtuch zu werfen,
  • sich nach einem Schicksalsschlag zurück ins Leben zu kämpfen,
  • um die Liebe oder für die Freiheit zu kämpfen.

All das sind Redewendungen mit positiver Botschaft.

Dazu passt auch folgende Geschichte:

Der Schüler zu seinem Lehrer:

„Warum lehrst du mich zu kämpfen, wenn du ständig über Frieden predigst? Wie passt das zusammen?“

Antwort des Lehrers:

„Es ist besser, als Kämpfer in einem Garten zu leben, als im Krieg Gärtner zu sein.“

Wenn Sie Politik und Wirtschaft beobachten, geht es um bestimmte Aspekte des Kämpfens. So ging es in den USA gerade darum, den „Wahlkampf“ zu gewinnen. In der Wirtschaft wird vom „Kampf um die Talente“ (war of talents) oder dem „Kampf um Kunden“ gesprochen; oder es geht darum, Marktanteile von Wettbewerbern zu erobern (zu erkämpfen).

Kämpfen hat auch immer Aspekte der Klarheit

Es gibt Situationen, in denen es zu kämpfen lohnt. Zum Beispiel dann, wenn Sie ein Ziel unbedingt erreichen wollen und wissen, dass Sie es erreichen können. Oder wenn Sie im Beruf eine Idee durchsetzen wollen, die für das Team nützlich ist.

Andererseits sind manche Kämpfe völlig sinnlos, weil keine Aussicht auf Erfolg besteht. In diesem Fall ist vom berühmten „Kampf gegen Windmühlen“ die Rede; ein Engagement also, das ohne Sinn und reine Zeitverschwendung ist. Da ist es besser, Zeit und Ressourcen für lohnender Ziele zu sparen.

Bevor man sich dem Kampf stellt, ist es erforderlich, die Situation von allen Seiten zu analysieren, Wechselbeziehungen zu erkennen und die richtigen Schlüsse zu ziehen.
Wofür will ich kämpfen?

  • Gegen wen steige ich bildlich gesehen in den Ring?
  • Unter welchen Voraussetzungen kann ich den Kampf überhaupt gewinnen?

Jeder Kampf ist ein Schritt aus der Komfortzone. In den Boxevent bereite ich die Mitglieder auch auf einen Sparringskampf unter Wettkampf-Bedingungen vor. Sie treten gegen mich an. Dabei handelt es sich in erster Linie um einen Kampf gegen sich selbst. Ich bin nur die Projektionsfläche. Mit der neu gewonnenen Sicherheit und Stärke geht es zurück in das “normale” Leben.

Kampf der Trägheit, Sieg des Willens: Und jetzt erst recht!

Die Entscheidung, sich einem Kampf treffen die Mitglieder, bevor sie in den Ring steigen. Denn im Ring gibt es kein Zurück mehr. Oder haben Sie schon einmal jemanden gesehen, der aus dem Boxring geflohen ist? Nein?! Ich auch nicht.

Es bleibt nichts anderes übrig, als sich der Herausforderung zu stellen. Der Weg führt nur über den Kampf. Aber in einem Kampf wird es auch Rückschläge geben. Einstecken – austeilen, beides gehört dazu, denn das ist Boxen. Das ist das Leben. Da können Sie noch so sehr positiv denken „Ich werde nicht getroffen“ oder auch „Tschakka – ich schaff das“ rufen. Es wird Ihnen nicht viel bringen. Nicht im Boxen, und auch nicht im Leben.

Rückschläge nerven. Rückschläge tun weh. Rückschläge verursachen Schmerzen.

Körperliche Schmerzen und vor allem Ego-Schmerzen. Und jetzt passiert etwas sehr Interessantes. Viele Menschen werden trotzig. Sie verlieren die Konzentration und die Kontrolle. Auf der einen Seite ist das gut. Denn jetzt fällt die Maske. Jetzt zeigt sich der Kern, das wahre „Ich“. Für mich ist es immer interessant zu sehen, wie ein Mensch unter Druck reagiert.

Auf der anderen Seite geht der Blick auf das angestrebte Ziel verloren. Und das ist verhängnisvoll, da der Sieg dadurch gefährdet ist. Durch nachlassende Konzentration wird die eigene Deckung vernachlässigt und die Gesundheit gefährdet. Und das kann nicht gut sein!

Der Punkt ist einfach der: Bleiben Sie trotz der Rückschläge fokussiert und konzentriert. Behalten Sie das ursprüngliche Ziel klar vor Ihrem inneren Auge. Haben Sie keine Angst vor Rückschlägen.

Kämpfen Sie weiter und beißen Sie die Zähne zusammen. Das ist anstrengend. Das zerrt an den Kräften. Viele halten da nicht durch. Aber die, die sich durchboxen, werden früher oder später – meist später – belohnt.

Beides ist wichtig: Der Weg zum Ziel als auch das Ziel selbst. Aber das Wichtigste ist die Einstellung und Haltung. Habe ich alles getan, was erforderlich war und trotzdem verloren, habe ich mir nichts vorzuwerfen. Dann kann ich morgens ohne schlechtes Gewissen in den Spiegel schauen.

Fazit

Seien Sie klar: Einen Kampf auszutragen ist nicht gleichbedeutend mit einem Sieg. Sie können auch verlieren. Wenn Sie den Schutz der Ringecke nicht aufgeben, werden Sie es nicht herausfinden. Also trauen Sie sich!

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Bild in dem Artikel” Kämpfen”: ©privat

Christoph Teege - Boxcoach

Meine Leidenschaft ist es, Menschen, Teams und Unternehmen durch Boxen zu stärken. Vorträge | Boxevents | Profil
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