Keine Zeit für´s Training?

Manchmal hat man wirklich keine Zeit. Manchmal ist es nur eine Ausrede.

Keine Zeit für´s Training? Das kenne ich aus eigener Erfahrung. Springen wir kurz zurück an den Anfang des Jahres 2009. Damals war ich als Ingenieur angestellt, hatte gerade meine Train-the-Trainer Ausbildung begonnen und fing an nebenberuflich Seminare zu geben. Außerdem hatte ich vor, meinen Traum von einer Teilnahme am Ironman zu realisieren.

Um das alles stemmen zu können, brauchte ich viel Zeit, um Berufliches und Privates zu organisieren. Nicht alles hat geklappt, wie ich mich das vorgestellt hatte. Wir können es eben nicht jedem recht machen.

Keine Zeit für´s Training ist manchmal nur eine Ausrede. Manchmal auch nicht. Wir haben nun einmal einige private und berufliche Verpflichtungen und Erwartungen, die wir erfüllen müssen.

In diesem Blog-Artikel habe ich für dich Tipps aus unterschiedlichen Bereichen in drei Kategorien zusammengefasst. Es geht darum, den Tag zu „verlängern“, bestimmte Routinearbeiten zu “beschleunigen” und den Tag insgesamt anders und vielleicht auch besser zu strukturieren.

„Verlängere“ die Wach-Zeit

In erster Linie geht es darum, die Wachzeit zu optimieren. Vereinfacht ausgedrückt: „Früher aufstehen, später schlafen gehen“. Das bringt dir kurzfristig einen Zeitgewinn.

Allerdings gibt es zwei Nachteile:

  1. Es spielt keine Rolle, wie lange du wach bleibst. Die Zeit wird nicht reichen, deine lange To-do-Liste komplett abzuarbeiten. Es wird immer mehr zu tun sein als Zeit zur Verfügung steht.
  2. Langfristig an Schlaf zu sparen ist nicht besonders clever. Es stört deine Regeneration und mindert deine körperliche und mentale Leistungsfähigkeit.

Ein guter Kompromiss ist ein in mehreren Phasen stattfindender Schlaf, der sich aus einer Hauptschlaf-Phase und kleinen Nickerchen zwischendurch, den sogenannten Powernaps, zusammensetzt.

Diese Powernaps kommen bei mir regelmäßig zum Einsatz und dauern zwischen 8 und 20 Minuten. Ich nutze sie gerne während der normalen Arbeitszeit, als Unterbrechung bei langen Autofahrten (auf dem Parkplatz) oder vor bzw. nach anstrengenden Trainingseinheiten.

Selbstverständlich gibt es auch hier weitere Optimierungsmöglichkeiten. Die krasseste Form des mehrphasigen Schlafs ist der „Uberman“ bzw. „Übermensch“. Die gesamte Schlafdauer umfasst hier nur ganze zwei Stunden täglich, die auf 6 x 20 Minuten aufgeteilt werden. Ich habe das auch selbst einmal getestet. Ein paar Tage geht das, langfristig ist das für mich allerdings nichts.

„Beschleunige“ deine Zeit

Zeit zu beschleunigen ist ein heikles Thema. Viele Menschen verbinden mit erhöhter Schnelligkeit automatisch „Ungenauigkeit“. Doch auch du weißt vielleicht aus eigener Erfahrung, dass das nicht stimmen muss.

Denke z.B. an den letzten Arbeitstag vor deinem lang ersehnten Jahresurlaub. Du weißt, dass bis zum Feierabend alles Wichtige erledigt bzw. geklärt sein muss, damit du im Urlaub abschalten kannst. Mit diesem Druck im Nacken fällt es dir plötzlich leichter, schnell, konzentriert und effizient zu arbeiten. Ergebnis: Du hast in gleicher oder sogar weniger Zeit mehr erledigt, um guten Gewissens in den wohlverdienten Urlaub starten zu können. Klar, das war anstrengender als an anderen Tagen. Aber du bist auch schneller fertig geworden.

Worauf will ich hinaus? Nun, viele meine Leser und Kunden arbeiten im Büro und haben tagtäglich Routinearbeiten zu leisten, die unterschiedliche Fähigkeiten erfordern; in der Regel lesen, schreiben und/oder sprechen.

Die Zeit des Lesens von Fachzeitschriften, Zeitungsartikeln, Mails, internen Notizen und Protokollen lässt sich mithilfe des sogenannten SpeedReadings verkürzen. Mit dieser Lesemethode gelingt es dir, das Wesentliche eines Textes blitzschnell zu erfassen.

Schneller schreiben kannst du, wenn du das 10-Finger-System anwendest, Textbausteine verwendest oder die Spracherkennung nutzt. Im Bereich des Sprechens geht es nicht um dein Sprechtempo, sondern darum, dich auf wichtige Gespräche noch besser vorzubereiten.

Gib dem Tag eine andere, bessere Struktur

Eine gute Struktur sorgt für Klarheit und gibt Sicherheit. Gleichzeitig lässt sie dir den notwendigen Freiraum für Unvorhergesehenes und spontane Aktionen.

Ich habe meinen Bürotag so strukturiert, dass die ersten Stunden für Aufgaben langfristig wichtiger Ziele vorgesehen sind. Dann folgt das Tagesgeschäft bis zum Feierabend. Dann nutze ich die Zeit mit meiner Familie und wenn die Familie schläft gehe ich zum Sport.

Zu dieser Art des Zeitmanagements findest du Tipps zu folgenden Stichworten: Eat that frog, Alpen-Methode, GTD (Getting things done), Eisenhower-Prinzip, Stille Stunde (VIP-Zeit), Delegieren an VPAs (virtuelle persönliche Assistenzen; eigener Gastartikel auf guerilla.de), Deep Work, NOT-to-do-Liste, Aufgaben-Chunking und viele mehr.

Es ist durchaus sinnvoll, sich mit möglichst vielen unterschiedlichen Techniken zu beschäftigen (und sie auszuprobieren). So erfährst du (gegebenenfalls auch in der praktischen Anwendung), ob und wie du die eine oder andere Technik in deinem Alltag nutzen kannst.

Entscheidend sind dabei nicht unbedingt die Techniken, sondern deine Persönlichkeit und deine mentalen Boxhandschuhe: Also die Fähigkeit, Grenzen zu setzen und diese gegenüber sich selbst und anderen einzuhalten.

Fazit

Für die Thematik „Keine Zeit fürs Training“ gibt es keine Pauschal-Lösungen, die für alle gilt. Mit einigen Tipps lässt sich der Tag „verlängern“, einige Aufgaben lassen sich „beschleunigen“ und eine andere (und vielleicht bessere) Tagesstruktur schenkt dir mehr Zeit für deine Vorhaben. Am Ende ist und bleibt das Thema Zeit eine Frage deiner Persönlichkeit.

Ich wünsche die viel Erfolg bei der Umsetzung,

Christoph Teege

Fotos: ©privat

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Christoph Teege - Boxcoach

Meine Leidenschaft ist es, Menschen, Teams und Unternehmen durch Boxen zu stärken. Vorträge | Boxevents | Profil
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