Warum jammern Menschen? Vier Gründe, die hinter Mimimi stecken

warum jammern menschenAktuell liest man das Wort „Mimimi“ immer häufiger in der öffentlichen Debatte. Unabhängig davon, wer es sagt oder in welchem Zusammenhang es fällt, finde ich eine andere Frage viel spannender:

Warum jammern Menschen eigentlich?

Im Alltag begegnet mir dieses Thema regelmäßig – in Unternehmen, Teams und natürlich auch im privaten Umfeld. Dabei habe ich die Erfahrung gemacht: Hinter Jammern steckt fast nie einfach nur schlechte Laune. Meist erfüllt es einen Zweck.

1. Aufmerksamkeit suchen

Der erste Grund ist das Bedürfnis, gesehen und gehört zu werden. Manchmal steckt hinter einem „Mimimi“ gar nicht die Erwartung, dass jemand das Problem löst. Es geht vielmehr darum, wahrgenommen zu werden. Wer sich nicht gesehen fühlt, versucht häufig über Beschwerden Aufmerksamkeit zu bekommen.

2. Gemeinschaft finden

Ein Mimimi kommt selten allein. Gemeinsames Jammern verbindet. Das kennen wir alle. Über das Wetter, den Chef, die Bahn oder die Politik zu schimpfen schafft schnell Gemeinsamkeiten. Kurzfristig fühlt sich das gut an, langfristig verändert es die Situation allerdings selten.

3. Stress abbauen

Jammern kann auch ein Ventil sein. Wenn Menschen unter Druck stehen, hilft es manchmal, Dampf abzulassen. Das ist zunächst völlig normal. Problematisch wird es erst dann, wenn aus einem kurzen Ventil eine dauerhafte Gewohnheit wird und das Jammern zur Standardsprache wird.

4. Verantwortung abgeben

Der vierte Grund ist häufig der unbequemste.Wer die Ursache für alle Probleme ausschließlich bei anderen Menschen oder den äußeren Umständen sucht, muss sich nicht mit der eigenen Verantwortung beschäftigen. Das entlastet kurzfristig, nimmt einem langfristig jedoch die Möglichkeit, selbst etwas zu verändern.

Boxen statt Mimimi® – Der Perspektivwechsel

In meinen Boxen statt Mimimi®-Seminaren geht es deshalb nicht darum, Menschen das Jammern zu verbieten. Es geht darum, bewusst hinzuschauen.

  • Warum jammere ich gerade?
  • Was steckt wirklich dahinter?
  • Und vor allem: Was kann ich selbst beeinflussen?

Denn genau dort beginnt Selbstverantwortung. Und damit auch Veränderung.

Im Boxen wie im Leben gilt: Den Gegner erkennst du erst, wenn du ihn anschaust. Erst dann kannst du entscheiden, wie du mit ihm umgehst.

Foto im Artikel: Warum jammern Menschen? ©privat