Work-Life-Boxing – eine Faustregel für mehr Konzentration

Zeit ist zwar messbar, aber trotzdem nicht zu fassen. Wir können sie weder gewinnen, festhalten, sparen (und später nutzen) oder managen. Wir haben auch kein Sinnesorgan für „Zeit“, mit dem wir Zeit sinnlich erfassen können. Und nichts passiert zeitunabhängig. Zeit ist einfach da. Jeder von uns bekommt jeden Tag aufs Neue die gleiche Anzahl Stunden „geschenkt.“

Es gibt eine Reihe von Tipps, Tricks und Methoden, die uns bei der effizienteren Nutzung unserer Zeit unterstützen sollen. Hierzu gehören beispielsweise to-do-Listen, getting things done, die Alpen-Methode, die Eisenhower-Matrix, das Pareto-Prinzip und die Promodoro-Technik.

Mittlerweile habe ich für mich erkannt, dass es gar nicht so sehr um eine Methode, sondern vielmehr um eine entscheidende Fähigkeit geht: Konzentration auf ein Ziel über einen längeren Zeitraum.

Konzentration über einen längeren Zeitraum

Was meine ich mit einem längeren Zeitraum?

Es geht darum, tagsüber den unterschiedlichsten Ablenkungen zu widerstehen. Es ist wichtig, täglich eine bis zwei Stunden Zeit zu blocken, um an Projekten, Konzepten und Zielen weiterzuarbeiten oder sie zu Ende zu bringen. Ich nenne das VIP-Zeit, in der darum geht, wichtige Akzente zu setzen.

Langfristig gesehen, also über einen Zeitraum von zwei bis fünf Jahren, sollten Sie sich auf ein wichtiges Ziel konzentrieren können. Und Konzentration lernen Sie beim Boxen.

Konzentration beim Boxen

Es stimmt nicht, dass man sich im Boxtraining nur gegenseitig auf die Nase haut. Das ist lediglich ein Klischee. In Vollkontakt gehen Sie nur bei der Wettkampfvorbereitung; und das machen die wenigsten.

Um vom Boxen zu profitieren, müssen Sie keine Wettkämpfe bestreiten.

Das Boxen hat positive Auswirkungen auf Ihre körperliche und mentale Fitness sowie auf Ihr Umfeld. Wenn Sie mit dem Boxen anfangen, werden Sie zuerst körperliche Veränderungen spüren. Sie bauen „schlanke“ Muskeln auf, spüren mehr Kraft und steigern Ihren Grundumsatz.

Nach Wochen des regelmäßigen Trainings werden Sie auch Veränderungen Ihrer mentalen Fitness feststellen. Sie werden Ihren Schweinehund aus sich „herausboxen“, eine angenehme Disziplin entwickeln und sich leichter und länger auf eine Aufgabe konzentrieren können.

Dazu gebe ich Ihnen ein Beispiel:
Beim Boxen machen Sie viele Partnerübungen. Sie stehen sich gegenüber. Einer hält das Schlagpolster und der andere trägt Boxhandschuhe. Die Trainingspartner müssen sich zwingend vertrauen, damit beide unversehrt bleiben.

Sie schauen sich an, halten den Blickkontakt und sobald der Pratzenhalter die Pratze bewegt, schlägt der Boxer zu. Wenn sich einer der beiden nicht konzentriert, tut es weh. Sie lernen durch Schmerz.

Deshalb lautet die Faustregel beim Boxen: Konzentriere dich auf die Aufgabe.

Konzentration im Alltag

Diese Faustregel können Sie 1 zu 1 auf Ihren Alltag übertragen. Sie müssen sich also auf Ihren Partner und die Aufgabe. „Partner“ können Sie durch Kollege, Kunde, Vorgesetzte oder mit sich selbst ersetzen.

Im Alltag haben Sie keinen echten Gegner wie beim Boxen.

Aber Sie müssen sich ständigen Ablenkungen erwehren, die Sie von der Fortführung Ihrer eigentlichen Aufgabe abhalten. Dazu gehören unerledigte Aufgaben, schlecht vorbereite Termine und eine unkontrollierte Social Media Nutzung.

All das lenkt ab, bremst Sie aus und kostet viel Zeit. Dazu kommen noch die ganzen Selbstgespräche wie:

  • „Ich muss daran denken, dass …“,
  • „Ich sollte das nicht mehr tun“ und
  • „Das muss ich noch machen“.

Sie brauchen unbedingt eine Lösung, wie Sie sich gegenüber Ablenkungen behaupten können. Nur ist konzentriertes Arbeiten möglich. Ich verstehe darunter, „mentale Boxhandschuhe“ anzuziehen.

Im Ring des Alltags geht es darum, (wieder) einen gesunden Egoismus zu entwickeln.

Teilen Sie ruhig mal aus und sagen Sie ohne schlechtes Gewissen „Nein“.

Konzentrieren Sie sich mit allen Sinnen nur auf eine Aufgabe und bringen Sie diese auch zu Ende.

Es ist auch nicht erforderlich, auf jeder Veranstaltung dabei zu sein und jeden Termin persönlich wahrzunehmen. Schalten Sie Ihr Handy eine bis zwei Stunden aus oder ziehen Sie sich zum konzentrierten Arbeiten aus Ihrem üblichen Aktionsradius zurück.

Das mag für Sie und auch für Ihr Umfeld ungewohnt sein und möglicherweise werden Sie mit dieser Haltung auf Unverständnis stoßen. Lassen Sie sich davon bitte nicht verunsichern. Sie werden viel konzentrierter und effizienter arbeiten und nicht nur sich selbst, sondern auch Ihr Umfeld mit entsprechenden Ergebnisse überzeugen können.

Sehr gute Resultate lassen sich nur ohne Ablenkung erzielen – und dafür brauchen Sie höchste Konzentration.

Deshalb lautet die Faustregel im Alltag: Konzentrieren Sie sich auf die Aufgabe.

Fazit

Konzentrieren Sie sich auf Ihren Partner (oder auf sich selbst) und auf Ihre aktuelle Aufgabe. Ziehen Sie mentale Boxhandschuhe an und sagen Sie „Nein“. Halten Sie die gezogenen Grenzen gegenüber anderen und sich selbst ein. Und dann arbeiten Sie konzentriert an der Aufgabe, bis sie erledigt ist.

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Bild im Artikel Konzentration: ©peters

Christoph Teege - Boxcoach

Meine Leidenschaft ist es, Menschen, Teams und Unternehmen durch Boxen zu stärken. Vorträge | Boxevents | Profil
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