Ambidextrie – Was Unternehmen vom Boxsport lernen können

Ambidextrie – Was Unternehmen vom Boxsport lernen können

Letzte Woche war ich in Hamburg auf der Messe „Zukunft Personal“. Wie es auf Messen üblich ist, kam ich auch mit anderen Menschen ins Gespräch. Es ging um „Digitale Transformation“, „Digitalisierung“ und „Neues Arbeiten“.

Später ist dann auch das Schlagwort „Ambidextrie“ gefallen.

Ich fragte nach, was das bedeutet.

Die Erklärung folgte prompt: „Beidhändigkeit. Mehrere Ziele gleichzeitig verfolgen. Für Stabilität und Innovation zu sorgen.“

Da musste ich schmunzeln: „Ja, Ok. Das ist interessant, weil es mich ans Boxen erinnert“.

Beim Boxen ist Ambidextrie völlig normal

Beim Boxen ist es ganz ähnlich, weil du auch mehrere Ziele gleichzeitig im Blick haben musst. Du wirst beim Boxen nur erfolgreich sein, wenn diese Faktoren gut ineinander greifen und als Ganzes funktionieren. Dafür braucht es keinen Wettkampf. Teste dich bei Boxevents aus und lerne, ohne dabei gesundheitlichen Schaden zu nehmen.

Was du brauchst, ist einen sicheren Stand, eine gute Beinarbeit und Schlagtechniken mit links und rechts. Ach ja, und all das macht eine gute Beweglichkeit aus. Sie hilft dir, schnell und angemessen zu reagieren – auch auf Rückschläge. Bleibe in jeder Hinsicht flexibel und kämpfe mit weichen Bandagen. Den mit der Kontinuität des Trainings nimmt auch deine mentale Stärke zu. So wird es dir leichter fallen, mit Erfolgsdruck souverän umzugehen.

Geboxt wird relativ viel mit der Führhand, also der vermeintlich schwächeren Hand. Bei Rechtshändern ist es die linke, bei Linkshändern die rechte Hand. Die Führhand übernimmt u.A. das „Anboxen“ des Gegners, um sich Chancen zu erarbeiten.

Wie die Bezeichnung schon vermuten lässt, wird der Gegner geführt und beschäftigt. Halte ihn auf Distanz oder lasse ihn näher an dich ran. So tarierst du aus, wie du den Gegner in die richtige Distanz zu dir bringst, um mit der Schlaghand einen gezielten Wirkungstreffer zu landen. Kleine Anmerkung dazu: In den Boxevents werden solche Situationen nachgespielt, ohne dass jemand zu Schaden kommt.

Im regelmäßigen Boxtraining geht es darum, jede einzelne Komponente intensiv zu trainieren und zu verbessern, ohne das große Ganze aus dem Blick zu verlieren. Im Training werden zunächst einzelne Sequenzen geübt, die dann im Verlauf der Trainingsperiode zusammengesetzt werden.

Kurzum: Für den Erfolg im Boxen brauchst du alles! Eine gute Beinarbeit, gute Schlagtechniken, Ausdauer, mentale Stärke und ein Kämpferherz, ein klasse Team – und natürlich auch immer eine Portion Glück.

Ambidextrie im persönlichen Alltag

Aber wie können wir von diesem Wissen aus dem Boxsport im privaten Alltag profitieren? Auch hier haben wir meist die Aufgabe, mehrere Ziele gleichzeitig zu koordinieren und erfordert ein gewisses Maß an Selbstführung.

Im Grunde geht es darum, die eigenen Arbeits-, Bewegungs- und Entspannungsgewohnheiten zu hinterfragen.

Dazu gehören Antworten auf diese Fragen:

  • Was ist heute wichtig? Und für wen? Worauf will ich mich konzentrieren?
  • Wie kann ich Mehrwerte generieren?
  • Was kann ich tun, um mich vor einem gesundheitlichen K.o. zu schützen und gleichzeitig langfristig leistungsfähig zu bleiben?

Ein Richtig oder Falsch gibt es nicht, sondern nur individuelle Lösungen, die man für sich selbst erarbeiten darf. Gerne unterstütze ich dabei im Coaching.

Ambidextrie im Unternehmenskontext

Die nächste Frage, die sich nun stellt ist die Frage der Übertragung dieses Wissens auf ein Unternehmen.

Auch innerhalb eines Betriebes oder Konzerns müssen viele Ziele gleichzeitig koordiniert werden. Firmenleitung, Führungskräfte und Mitarbeiter müssen tagtäglich für kurzfristigen Erfolg sorgen und parallel dazu den Erfolg von morgen sicherstellen. Wer tiefer in die Materie einsteigt, stößt sehr schnell auf die Unternehmens-DNA.

Entscheidend ist, den Unternehmenszweck so darzustellen, dass jeder in leicht begreifen kann. Neben dem Bemühen, die Probleme der Kunden zu identifizieren, gilt es, die Bedürfnisse der Kunden herauszufinden. Beides landet oft im gleichen Topf, obwohl es sich um zwei völlig unterschiedliche Aufgaben handelt.

Hinzu kommt, Trends zu erkennen, sich mit modernen Technologien und der Zukunft des Unternehmens zu befassen. Aus diesen Erkenntnissen heraus lassen sich neue Produkte, neue Dienstleistungen, neue Geschäftsbereiche und neue Geschäftsmodelle entwickeln.

Natürlich ist nicht jede Entwicklung ein Erfolg. Vieles lässt sich nicht wie gedacht realisieren und es passieren Fehler. Der größere Fehler wäre es, sich von Sackgassen und Misserfolgen aufhalten zu lassen.

Ein Boxer zieht nach dem ersten Rückschlag auch nicht gleich die Boxhandschuhe aus. Er macht weiter, wenn er überzeugt ist. Das Gleiche gilt für Unternehmen. Wenn es schwierig wird, nicht gleich aufgeben, sondern dranbleiben und sich durchboxen.

Unternehmen brauchen Zeit und passende Rahmenbedingungen, um Innovationen zu entwickeln, auszuprobieren und zu testen.

Und genau hier liegt auch der Unterschied zwischen Training und Wettkampf.

Im Training geht es darum, Neues auszuprobieren. Hier sind Fehler völlig okay und sogar erwünscht. Im Wettkampf allerdings, wenn es um die Performance geht, können Fehler fatal sein.

Da im Unternehmenskontext häufig keine Trennung zwischen Training und Wettkampf stattfindet, sind die Mitarbeiter nur eingeschränkt kreativ und innovativ, weil sie Angst vor Fehlern haben. Das ist nachvollziehbar, bremst aber die Entwicklung aus.

Dagegen lässt sich etwas tun!

Warum sich also nicht einmal in der Woche zum „Training“ treffen, um heutige und zukünftige Kundenprobleme und Kundenbedürfnisse zu besprechen und mit aktuellen Themen zu verbinden?

Daraus lassen sich vielleicht neue Angebote, Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle entwickeln, ohne dass das Tagesgeschäft darunter leidet.

Das ist doch einen Versuch wert, oder?

Fazit

Ambidextrie bedeutet Beidhändigkeit. Im Unternehmenskontext steht der Begriff für die Fähigkeit, zeitgleich für Stabilität und Innovation zu sorgen. Es müssen mehrere Ziele parallel verfolgt werden. Der Boxsport bietet hierfür eine Reihe von Anknüpfungspunkten, wie das noch besser gelingen kann. Für den Erfolg im Boxen braucht du alles: einen sicheren Stand, eine gute Beinarbeit und variable Schlagtechniken mit links und rechts. Alles wird individuell trainiert und muss doch als Ganzes, als Einheit funktionieren. Das selbst zu erleben ist für viele Teilnehmer des Boxevents ein echtes Aha-Erlebnis mit vielen Impulsen, von denen sie im Alltag dauerhaft profitieren.

Foto im Artikel “Ambidextrie” : ©privat

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Christoph Teege - Boxcoach

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