Ablenkungen reduzieren, Konzentration steigern

Alle Arten der Ablenkung bewirken das Gleiche: Sie lenken uns von unseren primären Aufgaben ab. Klingt banal, aber genauso ist es. Ablenkungen sind gemein, weil sie zum einen verlockend sind, sich oftmals sogar gut anfühlen. Doch sie lenken unsere Aufmerksamkeit weg von unseren vordergründigen Aufgaben.

Unsere eigentliche Arbeit bringt uns vorwärts und bringt oftmals auch weniger schöne Begleiterscheinungen mit sich. Sie kann unangenehm und furchtbar anstrengend sein und uns das eine oder andere Mal eine gehörige Portion Selbstüberwindung kosten. Daher schieben wir sie immer mal wieder gerne auf: ‚Kann ich doch auch später noch machen!‘

Wenn du im Außendienst arbeitet, als Remote Worker im Home-Office einen Teil deiner Arbeit erledigt oder selbstständig bist, hast du ständig mit irgendwelchen Ablenkungen zu kämpfen; viel mehr als jemand, der im Büro arbeitet.

Dein Vorgesetzter sagt dir möglicherweise, was genau du wie bis wann erledigt haben musst. Wenn du dich alleine organisieren musst, bist du zwar dein eigener Chef, musst aber umso mehr darauf achten, dich nicht durch Ablenkungen zu verzetteln, sondern den Fokus auf deine Aufgabe wie auch deine Produktivität aufrechtzuerhalten.

Bereite dich gut vor

Die Grundlagen sind der Anfang jedes Erfolges. Wer (große) Ziele hat, muss die Grundlagen beherrschen. Das ist im Sport nicht anders als im Business. Jage nicht jedem Trend hinterher. Besinne dich auf die Grundlagen, verstehe und beherrsche sie.

Eine der wichtigsten Basics ist die Vorbereitung: deines Tages, deiner Aufgaben oder deiner Termine. Die Art und Weise der Vorbereitung ist wiederum abhängig von deiner Persönlichkeit, deiner Einstellung und den Anforderungen.

Es ist völlig sinnlos, alles planen zu wollen und ebenso, alles laufen zu lassen.

Eine gute Vorbereitung muss so grob wie möglich und so fein wie nötig sein. Die Richtung ist das Wichtigste, sie muss stimmen.

Frag dich regelmäßig:

  • Was liegt an?
  • Wo stehe ich?
  • Wo will ich hin?
  • Welche Ablenkungen können auftreten?

Die gleichen Fragen können auch im Team oder in der Unternehmensleitung gestellt werden. Für deren Beantwortung braucht es nur Zeit, einen Zettel und einen Stift. Sind die Antworten klar, einfach die mentalen Boxhandschuhe überziehen und sich gegen fiese Ablenkungen aktiv und angemessen wehren. Klingt machbar, oder? Also dann, auf geht’s.

Ablenkungen und Ausdauertraining

Bevor ich mit dem Boxen begann, habe ich zwei Jahre intensiv Triathlon betrieben. Kannst du hier nachlesen. Während dieser Zeit habe ich mich ausführlicher mit dem Ausdauertraining beschäftigt und später eine Lauftrainer-Ausbildung gemacht. Vor dieser Zeit habe ich geraucht, Ausdauertraining fand ich langweilig. Na ja, wie du siehst, können sich Menschen ändern.

Aber wo liegt der Zusammenhang zwischen Ausdauer, Ablenkungen und Konzentration?

Ausdauer bezeichnet die Widerstandsfähigkeit gegenüber Ermüdung. Beim Sport wird deine sportliche Leistung durch Ermüdungsprozesse eingeschränkt.

Das erkennst du an nachlassender Kraft oder Intensität, an eingeschränkter Koordinationsfähigkeit und verminderter Konzentrationsfähigkeit. Eine Bemerkung am Rande: Im Boxsport ist verminderte Konzentrationsfähigkeit für einen K.o. mitentscheidend. Deshalb sind Boxer gut beraten, nicht nur Kraft und Boxtechnik, sondern auch Ausdauer und Koordination in den Trainingsplan aufzunehmen.

Möglicherweise fragst du dich gerade, worauf ich hinaus will? Ich dir begreiflich machen, dass Konzentrationsmangel aufgrund von Müdigkeit entsteht.

Der größte Gegner sind wir selbst

Aus Gesprächen mit meinen Kunden weiß ich, dass sie sich manchmal selber fertig machen, wenn sie nicht umsetzen können, was sie sich vorgenommen haben. Schon stehen die inneren Gegner im Ring und schleudern ihnen Sätze entgehen, die sie runterziehen: „Siehste, hab ich gleich gesagt, dass du das nicht schaffst“, „Du bist eben nicht diszipliniert genug“, „Du bist zu dumm dafür“.

Lass mich bitte eins klarstellen: Diese Menschen sind weder unfähig, undiszipliniert noch dumm. Keinesfalls! Sie haben auch kein Motivationsproblem. Sie sind manchmal einfach nur zu müde, kaputt und erschöpft und kommen deshalb zu früh an ihre Grenzen. Mein Tipp: richtig ausschlafen (notfalls auch an mehreren Tagen) und anschließend mit dem Ausdauertraining beginnen.

Ablenkungen mit Ausdauertraining “austricksen”

Der Start ins Ausdauertraining bedeutet vor allem, ins Training für die Grundlagenausdauer einzusteigen. „Laufen ohne Schnaufen“ ist das Motto. Ziel ist es, dem Körper über einen längeren Zeitraum eine moderate Belastung zuzuführen. Mir ist bewusst, dass viele das Laufen nicht mögen; das liegt aber meistens an einem fehlenden oder unpassenden Trainingsplan.

Hast du dir eine gewisse Grundlagenausdauer erarbeitet, kannst du das Training erweitern und variieren. Baue unterwegs Schattenboxen, Liegestütze oder ein paar andere Übungen aus dem Fighter Fitness Trainingsplan ein. Oder nutze verschiedene Hilfsmittel wie etwa Kurzhanteln, Springseile oder Kettlebells. Die Hilfsmittel bekommst du z.B. hier.

Wie es funktioniert? Laufe beispielsweise zehn Minuten und baue dann für eine Minute Übungen mit Kurzhanteln oder Kettle Bells ein. Oder du ersetzt einfach die Grundsportart Laufen durch Radfahren, Schwimmen, Rudern oder ein lockeres Training am Sandsack. Zum Schluss kannst du noch die Trainingsmethode erweitern und zusätzlich zur Einheit „Grundlagenausdauer“ eine zusätzliche Einheit „Intervalltraining“ dranhängen.

Merke: Es gibt kein langweiliges (Ausdauer-) Training, nur langweilige Trainer.

Fazit

Ablenkungen reduzieren und Konzentration steigern kannst du durch eine gute Vorbereitung und ein angemessenes Ausdauertraining.

Mit zunehmender Ausdauer erhöhst du deine körperliche und mentale Widerstandsfähigkeit gegenüber leistungsmindernden Ermüdungssymptomen. Du wirst belastbarer und schläfst besser. Schon bald kannst du dich leichter gegen Ablenkungen behaupten und deine Konzentrationsfähigkeit steigern.

Also schlaf dich aus, bereite dich gut vor und tu dann das, was erforderlich ist.

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Foto im Artikel Ablenkungen: ©despositphotos.com/KostyaKlimenko

Christoph Teege - Boxcoach

Dipl.-Ing.(FH), Autor und Boxcoach. Bekannt geworden durch die Erfolge beim Quizboxen. Stärkt Menschen, Teams und Unternehmen durch Boxen. Das Motto lautet: Boxen statt Mimimi®. Weitere Blog-Artikel | Neu hier?
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