Trau dich! Boxen für Frauen

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Boxen für Frauen. Was Frauen vom Boxen lernen können. Höchstwahrscheinlich hast du gerade den letzten Satz als Frage formuliert. Damit bist du nicht alleine, denn das, was tatsächlich damit gemeint ist, kommt den meisten Menschen zuerst nicht in den Sinn. Sie vermuten eher, dass auch Frauen lernen, wie sie jemanden umhauen können. Oder Sie vermuten, dass Frauen die Ellenbogen ausfahren, umso die Karriereleiter schneller nach oben zu klettern oder sich in bestimmten Situationen um jeden Preis durchsetzen zu müssen. Vergiss das! Das sind nur Vorurteile und Klischess.

Es geht um deinen Alltag und primär um deine innere Haltung. Als Frau kannst du vom Boxen lernen, dein Selbstvertrauen zu stärken und eine innere Stärke zu entwickeln. Du profitierst demzufolge nicht nur körperlich vom Boxen, sondern auch mental!

Boxen für Frauen: Chancen ergreifen „Hier bin ich!“

Stell dir folgendes Szenario vor: Zwei boxende Personen stehen im Ring und beide wollen gewinnen. Nun stell dir vor, dass nur eine der beiden Personen sich bewegt und angreift. Wird die zögernde Person als Sieger aus dem Ring gehen? Wohl kaum! Es sei denn, die angreifende Person gibt freiwillig auf – aber das ist mehr als unwahrscheinlich.

Worauf will ich hinaus? Das ist ganz einfach: Wenn du nicht selbst aktiv wirst, sondern passiv bleibst, dann wird wenig bis gar nichts passieren, das in Ihrem Sinne wäre. Ergreif die Initiative, ruf auch mal „hier“ bei der Vergabe von Projekten oder Mandaten und signalisiere Interesse und Einsatzbereitschaft. Sicherlich gibt es auch Ausnahmen. Manchmal ist es besser, erst einmal abzuwarten. Purer Aktionismus ist genau so verkehrt wie in Schock-Starre zu verfallen. In den meisten Fällen ist es besser, selbst aktiv zu werden.

 

Warte nicht darauf, dass andere auf dich zukommen und dir den roten Teppich ausrollen.

Das wird nicht passieren. Trau dich und sag auch mal„Ja“ auch wenn nicht immer sofort alle Fakten auf dem Tisch liegen.

Denk dran: Niemand gewinnt allein. Es gibt genügend Menschen um dich herum, die dich unterstützen können – und auch werden. Doch auch das wird nur möglich, wenn du diese Menschen direkt ansprichst und signalisierst, dass du Unterstützung benötigst. Es geht also darum, sich selbst zu bewegen und den eigenen beruflichen Alltag aktiv zu gestalten.

Stopp! Jetzt reicht es! Grenzen setzen und einhalten

In einem echten Wettkampf steht einem ein echter Gegner gegenüber. Es wird ausgeteilt und eingesteckt. So lauten die Spielregeln, die Teil des Wettkampfes sind. Jede Person, die in den Ring steigt, ist sich der Risiken und Gefahren bewusst. Das heißt aber nicht, dass sie jeden Rückschlag kommentarlos einstecken muss. Selbstverständlich darf und muss sie sich dagegen wehren! Und genau das „sich wehren“ ist etwas, was Frauen vom Boxen lernen können.

Übertragen auf dein Umfeld heißt das: Wahrscheinlich hast du immer mal wieder mit Menschen zu tun, die dir Zeit und Energie stehlen, vielleicht in der Besprechung dazwischenreden, dich in Gesprächen nicht zu Wort kommen oder nicht ausreden lassen. Oder möglicherweise wirst du mit dummen, anzüglichen oder sexistischen Bemerkungen konfrontiert. Das musst du dir nicht gefallen lassen! Du hast ein Recht darauf, als Frau respektiert zu werden. Dazu gehört auch, dass man dich ausreden lässt, dass du persönliche Grenzen hast und diese auch aufzeigt, indem du selbstbewusst und bestimmt „Nein“ sagst.

Doch wahre dabei den Ton, denn der macht bekanntlich die Musik. Sicherlich kannst du der übergriffigen Person eine Szene machen, die sich gewaschen hat. Du kannst die Person anbrüllen: „Neeeeeiiiiiinnnnnnn!!!! Jetzt reicht es! Jetzt reeeeedeee ich!“. Eine nachhaltige Wirkung hätte das zweifelsohne. Und einen weiteren Versuch, dich zu kompromittieren, musst du höchstwahrscheinlich nicht fürchten.

Es stellt sich allerdings die Frage, ob du der Respektlosigkeit nicht hättest anders entgegentreten können: In einem Vieraugengespräch und in einem sachlichen und ruhigen Ton. Allerdings hätte dein Mut, deiner Wut laut Ausdruck zu verleihen, dich verbal zu wehren und auszuteilen, eine entsprechende Signalwirkung auf das eigene Standing und die Wirkung nach außen. Zukünftig wirst nach solch einem Auftritt mit solchen „Angriffen“ wesentlich seltener konfrontiert werden. Es kommt immer auf die Situation an.

Boxen für Frauen: Ich bin schon gut, kann aber noch besser werden

Keine halbwegs intelligente Person würde ohne Vorbereitung und ohne Training in den Ring steigen und sich dem Boxkampf stellen. In den Wochen und Monaten vor einem Wettkampf wird mit Trainer und Sparringspartnern an Stärken und Schwächen gearbeitet, um sich bestmöglich auf den Wettkampf vorzubereiten. Das Interessante ist die Haltung aller an der Vorbereitung beteiligten Akteure. Die boxende Person ist sicherlich schon gut. Das gemeinsame Ziel ist aber, sie noch besser zu machen.

Und genau diese Haltung des „gemeinsam besser werden Wollens“ vermisse ich in der Förderung und Weiterbildung von Frauen in Unternehmen. Förderung und Weiterbildung von Mitarbeitern sind eine Frage der Unternehmenskultur. Möglicherweise hat ein Unternehmen ein defizitäreres Weltbild und geht grundsätzlich davon aus, dass Frauen (und andere Personen auch) nicht gut genug sind, ohne Förderprogramme nicht ans Ziel kommen und Karriere machen. Besser sind Unternehmen mit einer Unternehmenskultur, die allen Mitarbeitenden die gleichen Chancen einräumt.

Man spürt die Ernsthaftigkeit hinter der Aussage: „Du bist genau richtig so wie du bist! Nur wir wollen gemeinsam noch besser werden und deshalb dein Potenzial weiter fördern und ausschöpfen.“

Es ist nur ein anderer und wie ich finde besserer Ansatz, weil er sich auch positiv auf die Motivation und das Selbstvertrauen von Frauen auswirkt.

Fazit

Frauen können vom Boxen viel lernen, in dem u.A. die innere Haltung gestärkt wird. Es geht dabei um Mut, Selbstvertrauen und die Fähigkeit, Grenzen zu setzen, sie für sich selbst einzuhalten und anderen gegenüber angemessen zu kommunizieren.

Foto im Artikel „Boxen für Frauen“: ©privat