Was tun, wenn unterwegs die Motivation nachlässt?

Motivation, die bleibt.

Motivation, die bleibt. Im letzten Artikel ging es darum, wie du dein Ziel im Auge behältst. Ich habe dir den Tipp gegeben, dich auf das Ziel mit der größtmöglichen positiven Auswirkung für dich und deine Mitmenschen zu konzentrieren.

Soweit so gut.

Der zweite Schritt besteht darin, nun den ersten Schritt Richtung Ziel zu machen.

Ok. Klingt logisch.

Aber was mache ich, wenn mir unterwegs die Motivation verloren geht?

Das ist eine sehr gute Frage, auf die ich im heutigen Artikel etwas näher eingehen möchte.

Euphorischer Start… und dann?

Bei neuen Zielen und Projekten starten viele Menschen sehr euphorisch, engagiert und leidenschaftlich. Das kannst du im Januar in den Fitnessstudios gut beobachten. Hier ist ein schöner Bericht dazu.

Leider hält die Motivation nur sehr kurz an.

Auf mich wirken diese Menschen wie Boxer, die versuchen, den Kampf innerhalb von wenigen Runden zu gewinnen. Das kann vereinzelt funktionieren, meistens fehlt am Ende einfach die Kraft. Die Deckung wird offener, Rückschläge sind die Folge, die manchmal sogar zum K.o. führen können. So ähnlich verhält es sich auch mit der Motivation dieser Menschen. Sie starten übermotiviert, fast überdreht. Und sobald der erste Rückschlag kommt, geben die meisten von ihnen entnervt auf – leider viel zu früh!

Motivation und Rückschläge

Zu den Rückschlägen zähle ich Krisen, Fehler, Probleme, Enttäuschungen, Ablehnung, Motivationsprobleme etc. Tief einschneidende Ereignisse wie Tod, Krankheit, Jobverlust, etc. gehören selbstverständlich auch dazu. Aber um die soll es hier gar nicht gehen. Wir kümmern uns um die Rückschläge des Alltags.

Wenn du etwas willst, musst`du es dir holen.

Wenn du einen Boxkampf gewinnen möchtest, musst du dir darüber im Klaren sein, dass es Rückschläge geben wird. Die Frage ist nur, wann und mit welcher Intensität sie dich treffen und was du dagegen halten kannst. Wer als Sieger aus dem Ring gehen will, braucht Nehmerqualitäten und eine gewisse „mentale Härte“. Und genau so ist es auch im „normalen“ Leben, wenn du ein neues Ziel nicht nur angehen, sondern auch zu Ende bringen willst.

Daher meine Empfehlung: Purer Aktionismus reicht nicht. Genau so wenig wie stumpfes Abwarten. Wenn du etwas willst, dann musst`du es dir holen. Starte vor allem gut vorbereitet. Beschäftige dich im Vorfeld intensiv mit deinem Ziel und vor allem mit möglichen Risiken.

Hilfreiche Fragen sind:

  • Welche Rückschläge und Probleme können auf mich zukommen?
  • Was kann alles schiefgehen?
  • Was passiert, wenn ich scheitere?
  • Was kann schlimmstenfalls passieren, wenn ich scheitere?

Selbstverständlich sollst du aber auch einen Blick auf die positiven Folgen werfen:

  • Was geschieht, wenn ich ans Ziel komme?
  • Welche Veränderungen könnte das nach sich ziehen?
  • Welchen Stellenwert hat das Ziel für mich persönlich?
  • Wie hoch schätze ich aus meiner Sicht die Wahrscheinlichkeit ein, das Ziel tatsächlich erreichen zu können?

Trotz intensiver Auseinandersetzung mit möglichen Schwierigkeiten wird immer ein Restrisiko bleiben. Es ist unmöglich, alle Risiken auszuschließen. Aber das ist auch gut so. Wo bleibt sonst die Herausforderung? Genau das Risiko ist es doch, das den Weg bis zum Ziel spannend und abenteuerlich gestalten kann. Du musst nur für dich entscheiden, ob du bereit bist, dieses Restrisiko einzugehen oder nicht.

Du bist nicht sicher? Dann versuche, zunächst im Kleinen zu „testen“, ob es realistisch ist, das gesteckte Ziel realisieren zu können. Niemand erwartet von dir, dass du sofort lospreschst. Ich bin kein Freund davon, ein Vorhaben groß anzukündigen. Das erhöht den Druck zusätzlich und ist meist kontraproduktiv. Wenn du das Ziel am Ende nicht erreichst, dann haben es die anderen sowieso schon gewusst: ‚Habe ich doch gleich gesagt, dass du das nicht schaffst‘. Also erst einmal langsam vorfühlen, dann mehr investieren und in Fahrt kommen, um am Ende mit konkreten und unwiderstehlichen Ergebnissen zu aufzuwarten.

Motivation langfristig aufrecht erhalten

Damit du dauerhaft dranbleibst und deine Motivation langfristig aufrechterhältst, spielen neben der Einstellung und der Vorbereitung sogenannte Schlüsseleinheiten eine wichtige Rolle.

Der Begriff ist ein Begriff aus dem Ausdauersport. Schlüsseleinheiten sind wenige Trainingseinheiten in der Woche, die einen überproportional großen Einfluss auf die gewünschte Leistungsentwicklung haben. Diese Einheiten genießen höchste Priorität. Sie müssen trainiert werden – komme, was wolle. Alles anders kann trainiert werden. Der genaue Inhalt und Umfang der Schlüsseleinheiten hängt von den Athleten und den sportlichen Zielen ab. Fakt ist: Sie sind sehr hart und anstrengend, machen aber auch sehr viel Spaß, weil man schnell spürt, dass es vorwärtsgeht. Mini-Erfolge sind gut für die Seele – und die Motivation!

Schlüsseleinheiten geben dir eine gewisse Struktur in der Trainingsplanung vor, ohne dich dabei einzuengen. So hast du immer die Möglichkeit, bei Rückschlägen flexibel zu agieren und Schlüsseleinheiten, falls notwendig, zu verschieben. Entscheidend ist, dass du sie durchführst.

Für dich bedeutet das: Es besteht die Option, Ziele in Schlüsseleinheiten bzw. Schlüsselgewohnheiten zu überführen. Die Vorteile sind im Alltag wie im Sport dieselben: Du bekommst eine gewisse Struktur, kannst flexibel auf Rückschläge reagieren und dein Ziel bleibt im Fokus. Gerne unterstütze ich dich dabei.

Fazit

Damit dir auf dem Weg zu deinem Ziel die Motivation nicht verloren geht, brauchst du neben der passenden Einstellung eine gute Vorbereitung und Schlüsseleinheiten. In der Vorbereitung geht es darum, dich mit deinem eigenen Antrieb, deinen Bedürfnissen und Wünschen, aber auch mit möglichen Risiken zu beschäftigen.

Außerdem ist es wichtig, Rückschläge als Teil der Zielerreichung anzuerkennen. Rückschläge sind nicht schön. Sieh sie dennoch als Freund und nicht als Feind. Sie kommen sowieso. Die einzigen Unbekannten sind Zeitpunkt und Intensität. Schlüsseleinheiten unterstützen dich dabei, bei Rückschlägen ruhig und gelassen zu bleiben. Sicherlich sind sie hart und anstrengend, aber der Spaß wird überwiegen, weil du schnell erkennen wirst, dass es dich voranbringt. Das gibt dir Schubkraft und Motivation, nicht so schnell aufzugeben, sondern weiterzumachen.

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Fotos im Artikel “Motivation”: ©Willi Weber, ©shutterstock, ©fotolia

Christoph Teege - Boxcoach

Meine Leidenschaft ist es, Menschen, Teams und Unternehmen durch Boxen zu stärken. Vorträge | Boxevents | Profil
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