Trainingsschmerz: Ich bin K.o., aber glücklich

Es geht um Trainingsschmerz. Sport darf und muss auch ein bisschen wehtun, damit du Fortschritte erzielst und der Körper die gewünschten Anpassungsvorgänge durchlaufen kann.

Beim Training bewegen wir uns auf einem schmalen Grat zwischen “eigene Grenze verschieben” und “sich verletzen”. Grenzen zu verschieben und sich zu steigern ist erwünscht, Verletzungen jedoch gilt es unbedingt zu vermeiden.

Was ist Trainingsschmerz?

Gehen wir nicht vom Schlimmsten aus (also sich verletzen), sondern konzentrieren wir uns auf das, was wir wollen: das Trainingsziel erreichen. Beim Boxen in Ottbergen oder auch beim Online-Training geht es um Stressabbau und darum, fitter, leistungsfähiger und belastbarer werden.

Hinter dem Trainingsschmerz steckt das Trainingsprinzip der Superkompensation. Es besagt, dass der Körper nach einem Training den ursprünglichen Zustand wieder herstellt und sogar noch einen kleinen Puffer aufbaut, damit er im nächsten Training die Belastung besser wegstecken kann.

2 Möglichkeiten, mit dem Trainingsschmerz umzugehen

Die Sportler gehen an diesem Punkt des Trainingsschmerzes sehr unterschiedlich mit sich selbst um. Einfacher ausgedrückt und überspitzt formuliert gibt es zwei Möglichkeiten (zwei Pole, zwei Seiten, zwei Extreme), mit dem Trainingsschmerz umzugehen:

Möglichkeit #1

Es gibt Menschen, die sich an dieser Grenze selber “fertig” machen. Sie sehen im Trainingsschmerz eine persönliche Schwäche an.

An dem Punkt angekommen, an dem sie nicht mehr können, sagt der innere Gegner: “Du Nichtsnutz! Du kannst aber auch gar nichts! Hab ich doch von vornherein gewusst, dass du das nicht schaffst! Jetzt trainierst du schon so lange und kommst immer noch nicht weiter!”

Wut, Enttäuschung und Verzweiflung machen sich breit. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese Menschen aufgeben, weil sie diese Art der Selbstgespräche – bewusst oder unbewusst – nicht mehr führen und diese unangenehmen Gefühle nicht mehr haben wollen.

Möglichkeit #2

Es gibt Menschen, die Trainingsschmerzen verdrängen, ja einfach verleugnen und ignorieren. Sie wollen mit aller Gewalt Fortschritte erzielen. Das führt zwar dazu, dass sie im Training richtig “beißen” und immer noch eine Schippe drauflegen.

Auf der anderen Seite wird aus dem “Biss” schnell “Verbissenheit” und vernichtender Ehrgeiz. Diese Menschen verzichten auch gerne auf Regeneration.

Die Folge ist das sogenannte Übertraining, es ist einfach zu viel des Guten mit unerwünschten Nebenwirkungen: Die Motivation lässt nach und schlimmstenfalls muss aufgrund einer Verletzung tage-, wochen- oder sogar monatelang pausiert werden.

3 Tipps für ein erfolgreiches Training: Trainingsschmerz geht, Trainingserfolg bleibt

Sieh den Trainingsschmerz einfach als Sparringspartner und Freund an. Der hat die Aufgabe, den Boxer besser zu machen und dieses Ziel hat Trainingsschmerz auch. Du sollst durch ihn besser werden.

Also unterdrücke den Trainingsschmerz nicht, sondern lasse ihn zu – und freue dich auf ihn wie auf den Besuch eines Freundes.

Dazu noch 3 Tipps für ein erfolgreiches Training.

Tipp #1: Trainiere regelmäßig

Das klingt zwar logisch und nachvollziehbar, aber viele Menschen können das nur schwer umsetzen. Zweifelsohne kann auch einmal etwas dazwischen kommen. Bei wichtigen ernstzunehmenden Dingen ist das okay. Doch oftmals sind es nur Ausreden und Mimimis.

Tipp: Richte dir feste Sport-Zeiten ein und setze dein Umfeld davon in Kenntnis.

Dann weiß jeder, dass du am Tag X zur Uhrzeit Y sportlich aktiv bist und keine Zeit für andere Dinge hast. Außerdem hat ein fester Trainingstermin den Vorteil, dass du nicht jede Woche aufs Neue überlegen musst, wie du deinen Alltag organisieren musst, damit du zum Sport gehen kannst. Lesetipp: Keine Zeit fürs Training?

Tipp #2: Gehe ausgeruht ins Training

Lege z.B. vorher einen Power-Nap ein, meditiere oder konzentriere dich fünf Minuten auf eine Atemübung. Wichtig ist, vor dem Training herunterzufahren und den (stressigen) Alltag hinter dir zu lassen. Je ausgeschlafener du bist, umso mehr Willenskraft hast du. Und die ist wichtig für Punkt 3.

Tipp #3: Gehe an deine Grenze

Gehe im Training ruhig mal an deine Grenzen und versuche, sie langsam zu verschieben.

Du kannst zum Beispiel beim Boxen Serien schlagen. Du boxt 5 x 2 Minuten (zwei Minuten Belastung, eine Minute Pause) am Sandsack oder auf Pratzen oder mit Kurzhanteln in die Luft. Dein Ziel ist es, diese zwei Minuten durchzuschlagen. Wenn du während der Übung merkst, dass es anstrengend wird, dann schlag trotzdem weiter.

Konzentriere dich auf die Bewegung und deine Atmung. Unterdrücke den Schmerz nicht, sondern lasse ihn zu. Und wenn du nicht mehr kannst, schlag schneller. Es klingt paradox, hilft aber in der Praxis. Du kannst auch vielleicht am Anfang etwas langsamer und weniger intensiv, aber schlag weiter.

Wichtig ist es durchzuhalten, sich im wahrsten Sinne des Wortes durchzuboxen. Wenn du durchhältst, wirst du bei der nächsten Trainingseinheit spüren, dass es schon viel besser geht. Und dann bleibe unbedingt dran, habe Spaß dabei und box dich durch.

Fazit

Sport darf auch etwas wehtun, um Fortschritte zu erzielen. Dahinter steckt das Trainingsprinzip der Superkompensation. Achte unbedingt darauf, ausgeruht ins Training zu gehen und mit der gewünschten Intensität regelmäßig zu trainieren.

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Titelbild im Artikel Trainingsschmerz ©depositphotos.com/pupunkkop

Weitere Fotos im Artikel Trainingsschmerz: ©shutterstock.com

Christoph Teege - Boxcoach

Dipl.-Ing.(FH), Autor und Boxcoach. Bekannt geworden durch die Erfolge beim Quizboxen. Stärkt Menschen, Teams und Unternehmen durch Boxen. Das Motto lautet: Boxen statt Mimimi®. Weitere Blog-Artikel | Neu hier?
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